Breitbandausbau

Nachfolgend erhalten Sie eine Bürgerinformation zum Breitbandnetzausbau des Breitbandzweckverband Angeln

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Versorgung mit schnellen Datenleitungen, dem sog. Breitband, ist eine der wichtigstenZukunftsaufgaben für die Weiterentwicklung unseres ländlichen Raumes. Die schnelle Datenübertragung ist für Handel und Gewerbe von existenzieller Bedeutung und nimmt auch im privaten Bereich, hier besonders für Schüler und Schulen, immer mehr Raum ein.
Wir sind überzeugt, dass wir nur in einem größeren Kommunalverbund wirtschaftlich erfolgreich handeln können.

Warum kommunales Engagement;

Dieser Versorgungsaufgabe stellen wir uns gemeinsam mit den 3O Gemeinden der Ämter Hürup, Langballig und Geltinger Bucht, die sich im Juni letzten Jahres zum"Breitbandzweckverband Angeln" zusammengeschlossen haben.
Wir sind dabei davon ausgegangen, dass sich die privaten Telekommunikationsunternehmen nur dort engagieren, wo es für sie wirtschaftlich lukrativ ist und das flache Land mit wenigen Teilnehmeranschlüssen und größeren Entfernungen dauerhaft unterversorgt bleibt. Die Mtbenutzung bereits vorhandener Glasfaserleitungen gestaltet sich als äußerst schwierig, da diese im Eigentum verschiedener Unternehmen stehen und technisch eigenständige und wirtschaftliche Ziele verfolgen.
Unser Ziel ist daher der Aufbau eines eigenen Glasfasernetzes zur Versorgung des Gesamtgebietes unserer Gemeinden. Dabei sollen möglichst 100 % aller Haushalte direkt mit Glasfaserleitungen angeschlossen werden.

Warum Glasfaserleitungen?

Nach ausführlichen Beratungen durch Fachleute sind wir davon überzeugt, dass nur über Glasfaserleitungen das in der Zukunft gewaltig steigende Datenvolumen transponiert werden kann. Die Leistungsfähigkeit der alten, vorhandenen Kupferleitungen, über die ursprünglich nur der Telefonverkehr laufen sollte, kann zwar durch verschiedene technische Verfahren deutlich verbessert werden, wird aber den Anforderungen der Zukunft nicht gerecht. Je weiter der Tejlnehmer vom Kabelverzweiger(Schaltkasten/Verteiler) entfernt ist und je mehr Nutzer gleichzeitig die Kupferleitung nutzen, umso mehr sinkt die Datenübertragungsrate und damit die Leistungsfähigkeit des Netzes.

Wozu benötige ich einen schnellen Datenanschluss?

Die digitale technische Entwicklung schreitet rasant voran und die dazu notwendigen Datenübertragungsraten werden sich explosionsartig vergrößern. Das Netz wird nicht nur für das klassische lnternet sondern vermehrt auch für andere Nutzungsformen wie hochauflösendes Fernsehen, Musik- und Videoübertragungen, für Heimarbeit, zum Telefonieren, für medizinische Diagnoseverfahren (Telemedizin), zur Energiesteuerung und vieles mehr immer intensiver genutzt werden. Ein Glasfaseranschluss ermöglicht den Zugang zu den modernen Medien mit zukünftig nahezu unbegrenzten Datenübertragungsraten. Auch der, der heute sagt ich brauche das alles doch gar nicht, wird bald - wie bei anderen mittlerweile selbstverständlichen- von den neuen Möglichkeiten überzeugt sein und diese nutzen wollen. DerAnschluss steigert zugleich den Wert lhrer lmmobilie und es ist schon heute für Kauf- oder Mietinteressenten eine entsprechende Frage, ob das Haus oder die Wohnung über einen schnellen lnternetanschluss verfügt.

Wie wird der Netzausbau durch den Zweckverband finanziert?

Die Gemeinden des Zweckverbandes nutzen ihre finanziellen Vorteile, die sie gegenüber den Unternehmen haben. Die Gemeinden/ der Zweckverband müssen/ muss keine Gewinne erwinschaften, sondern nur kostendeckend arbeiten. Sie nutzen günstige Kommunalkredite und steuerliche Voneile und das Breitbandnetz bleibt im Eigentum des Zweckverbandes, also in kommunaler Hand. Der Betrieb des Netzes wird nach entsprechender Ausschreibung, durch ein Unternehmen erfolgen, welches das Netz von uns zu einem Pachtzins übernimmt, der unsere Kosten für die Kreditaufnahmen vollständig decken soll. Damit sich das Geschäftsmodell auch für das Unternehmen rechnet, eriolgt der Ausbau und damit verbunden auch die Kreditaufnahme derAusbaukosten erst dann,wenn das Unternehmen in dem auszubauenden Bereich durch Vorverträge mit den Bürgerinnen und Bürgern eine für die Wrtschaftlichkeit erforderliche Anschlussquote erreicht hat. Die Zweckverbandsgemeinden und das ausgewählte Unternehmen sind Partner, die Sie - liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger- an das Netz der Zukunft anschließen wolIen. Das Modell funktioniert jedoch nur mit lhrer Mthilfe, in dem Sie bereit sind, sich an unseren Partner, dem Kommunikationsdienstleister, zum Erreichen der geforderten Anschlussquote über den Vertrag binden. Damit liegt es weitgehend in lhrer Hand, ob ein Glasfasernetz durch uns in lhrer Region ausgebaut wird oder nicht.

Wo stehen wir heute?

Nachdem im Frühjahr 2016 die lnfrastrukturplanungen für eine glasfaserbasierende Breitbandversorgung der Haushalte sowie eine Wirtschaftlichkeitsermittlung vorgenommen wurde, konnte bereits im Herbst 2016 mit der Suche nach einem lnternetbetreiber in einem EU-weiten Ausschreibungsverfahren begonnen werden. ln derersten Phase, dem sogenannten Teilnehmerwettbewerb sind acht Teilnehmeranträge eingegangen. Nach Auswertung der Teilnehmeranträge wurden die zugelassenen Bieter zur Abgabe eines konkreten Angebotes aufgefordert. Vor uns stehen nun ab Ende Januar 2017 sehr zeitintensive Verhandlungsrunden mit den interessierten Unternehmen, in denen alle notwendigen technischen und wirtschaftlichen Grundlagen für die zukünftige partnerschaftlichen Zusammenarbeit erönert werden. Am Ende der Verhandlungsrunden steht die Auswahl des Netzbetreibers.
Parallel dazu wurden die entsprechenden Förderanträge für die Bundes- und Landesmitte lgestellt. Nicht zuletzt aufgrund der strengen Förderrichtlinien hat derZweckverband zusätzlich die Planerleistungen und die Tiefbauleistungen in getrennten Vergabeverfahren auszuschreiben.

Wann geht es los?

Die Ungeduld ist verständlich aber bitte bedenken Sie, dass es sich um eine gewaltige finanzielle lnvestition von rund 43 Mio. Euro handelt, die gründlich vorbereitet werden muss. Die Konkurrenz auf dem Markt ist groß. Viele Unternehmen versuchen sich in diesem Markt der Zukunft entsprechend zu positionieren und "die Rosinen aus dem Kuchen" zu picken. Der Markt ist sehr streng geregelt und besonders wenn wlr uns als Kommunen im Geschäft der freien Wrtschaft bewegen, müssen wir peinlich genau alle Spielregeln einhalten. Das kostet über die vorgeschriebenen Verfahrensschritte vieI Zeit. Unser Zjel ist es, noch im letzten Quartal dieses Jahres mit der Bautätigkeit zu beginnen. Zuvor wird es mit dem ausgewählten Unternehmen lnformationsveranstaltungen in den ersten Ausbaugebieten geben. Erst dann werden wir genauere lnformationen über die geforderte Anschlussquote und die Preisgestaltung für lhren Anschluss präsentieren und lhnen über den Netzbetreiber einen Vorvertrag anbieten können.

Zum Schluss:

Wir wollen den Ausbau des Netzes in der Fläche und nicht nur den punktuellen Ausbau dort, wo es wirtschaftlich vorteilhaft ist. Daher engagieren wir uns als Zweckverband für einen eigenen Ausbau. Wir können aber nur die Vorarbeit leisten. Entscheidend für das Gelingen des Geschäftsmodells ist lhre Berejtschaft, sich für das kommunale Breitbandnetz einzusetzen und zur gegebenen Zeit den Vertrag mit unserem Vertragspartner/Netzbetreiber abzuschließen. Gelingt uns das nicht gemeinsam, werden viele Teilgebiete in unseren Gemeinden keinen schnellen Netzzugang erhalten und von der Entwicklung abgekoppelt werden. Also: Freuen Sie sich auf unser Netz und machen Sie mit! Informieren Sie sich auch gern weiter über den Stand der Umsetzung dieses ambitionienen Projektes über unsere lnternetseite WWW.bzva.de

Mit freundlichen Grüßen

Michael Eichhorn

Verbandsvorsteher